Schnanner Dorfgeschichte

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Wie alle Ortschaften des Stanzertales, wurde Schnann während der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt von den Romanen im Sommer als Alm genutzt. Die günstige Lage auf dem Schuttkegel vor der Schnanner Klamm bewog die Almleute ihre Abendweide  (1275 čenanea)  dauerhaft zu besiedeln. 

In den frühchristlichen Jahrhunderten  bildete Schnann mit den anderen Siedlungen im Stanzertal eine Markgenossenschaft (Wirtschafts- und Arbeitsverband). Diese wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte zur Almmarkgenossenschaft. Die Siedler in den Ortschaften des Tales beanspruchten Wälder und Wiesen zum Beschaffen von Wintervorräten als persönliches Eigentum und bewirtschafteten nur mehr die Almen gemeinsam. Schließlich entwickelten sich aus diesen Besiedlungen (Zehenten) die Gemeinden des Stanzertales mit den wiederum sehr selbständigen Fraktionen. Den Gemeinden/Fraktionen wurden 1869 die Melkalmen als Eigentum zugeteilt. Bis heute werden Galtviehalmen und Almflächen für Schafe von den sogenannten 2/3 Gerichtsgemeinden gemeinsam bewirtschaftet.

Mit der Übergabe der Grafschaft Tirol an Habsburg-Österreich (1363)  bekam der Verkehrsweg durch das Stanzertal über den Arlberg in die Schweiz große Bedeutung. Handwerker, Fuhrwerker und Gastwirte fanden neben den Bauern Arbeit und Brot. Über fünf Jahrhunderte gab es ein ständiges Auf und Ab in der wirtschaftlichen Entwicklung des Tales. 1884 – die Eröffnung des Arlberg–Eisenbahntunnels - ist eine weitere Zäsur in der Entwicklung unseres Ortes. Wanderarbeiter, die bis dahin Sommer für Sommer als Maurer, Zimmerleute oder Steinmetze im Ausland einen Broterwerb suchten, fanden in der Eisenbahn einen guten Arbeitgeber. Hunderte Jahresarbeitsplätze entstanden. 

Mit der Bahn kamen auch Touristen ins Stanzertal.  Schutzhütten wurden von deutschen und österreichischen Alpenvereinssektionen gebaut, 1901 wurde auf dem Arlberg der erste Ski Club gegründet. Sommerfrischler, Alpinisten und Wintersportler bevölkerten Täler und Berge rund um den Arlberg. Der Tourismus nahm einen Aufschwung, der nur durch die beiden Weltkriege unterbrochen wurde und sich bis heute fortsetzt. Die Tourismuswirtschaft mit all ihren Nebenzweigen wurde zum Arbeitgeber für viele Erwerbstätige im Stanzertal.

1978 wurde der Arlberg–Straßentunnel für den Verkehr freigegeben  und die Arlberg-Schnellstraße an der südlichen Talseite gebaut. Die Schnanner Au bot sich an als Standort für Versorger des durchziehenden Verkehrs und der Arlberger Tourismusbetriebe. So entwickelt sich seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts zwischen Rosanna und Autobahn ein begehrtes Gewerbegebiet.